Ich Identität
Ich Identität
Alles, was ich wahrnehmen kann, kann ich nicht sein!
Was bedeutet dieser Satz?
Wahrnehmung bedeutet alle Sinneseindrücke meiner Umwelt (außen), wie auch alle innere Wahrnehmungen (Gedanken, Gefühle, Empfindungen)
Es bedeutet, ich bin ich nicht, was ich wahrnehme. Ich bin das, was wahrnimmt und dessen kann ich mir nur bewusst sein, es aber nicht wahrnehmen.
Sie können sich also Ihrer Existenz und das Wahrnehmung passiert bewusst sein, aber Sie können nichts „über„ sich wissen. Denn um etwas über sich zu wissen, müssen Sie es (sehen) wahrnehmen können.
Und dennoch definieren wir uns alle über das, was wir wahrnehmen. Nämlich über unseren Körper, Erinnerungen, Persönlichkeit (psychologischen Eigenschaften) und Materiellem.
Identifikation
Was hier passiert ist der Prozess der Identifikation. Identifikation bedeutet übersetzt, sich „gleichsetzen„. Wir setzten uns also mit bestimmten Inhalten unserer Wahrnehmung gleich – wir identifizieren uns damit.
Was so kompliziert klingt, ist im Grunde genommen etwas Alltägliches und doch hat es enorme Auswirkungen auf jeden Menschen.
Identifikation ist das, über was wir uns, ob bewusst oder unbewusst, definieren. Aus einem „Ich„ wird ein „Ich bin…….„
Beispiele für Identifikationen sind:
Körper: (Dick/dünn, groß/klein, schön/hässlich, gesund/krank/behindert, etc.
Rolle: Mann/Frau, Sohn/Tochter, Mutter/Vater, Bruder/Schwester, etc.
Titel: Professor, Doktor, Diplome, adelig, Rang, Auszeichnungen, etc.
Beruf: Arzt, Pfarrer, Therapeut, Handwerker, Hilfsarbeiter etc.
Materiellem: Geld, Besitz, bestimmte Objekte und Erreichtem, etc
Prägende Erfahrungen: prägendes aus der Lebensgeschichte, Traumas, etc.
Selbstbild – Selbstwert
Aus diesem und vielem anderen schaffen wir selbst unser bewusstes und unbewusstes Selbstbild (sind verschieden) und unseren Selbstwert. Weder das Selbstbild, noch der Selbstwert muss auf realen (wahren) Komponenten beruhen, sonder sind bloße Interpretationen aufgrund von Identifikation. Aus diesem Grunde sind sie auch nicht fest in Stein gemeißelt, sondern veränderlich.
Jede Identifikation beinhaltet ein ganzes Heer an Glaubenssätzen, Mustern, Werten, an dos and donts und so weiter. Wenn zum Beispiel ein Kind, einen zur Mutter oder zum Vater macht, verändert sich unser Weltbild im Bezug darauf oft stark. Die Prioritäten können sich verschieben oder neue kommen dazu, unser Selbstbild verändert sich.
So ist es mit anderen Identifikationen auch, wenn auch unterschiedlich ausgeprägt. Sind wir länger arbeitslos oder auf einmal reich, steigen wir in eine hohe Position auf oder fallen ganz tief. Ein Trauma kann uns das Gefühl von Sicherheit nehmen, uns ein Weltbild geben, wo die Welt gefährlich ist, oder viele Erfolge, ein Weltbild, wo alles möglich ist.
Doch all das ist veränderlich, weil alles in unserer Psyche dual (beide Seiten der einen Sache) vorhanden ist. Alles hat seine Gegensätzlichkeit oder seine gegenteilige Entsprechung. Wenn ich glaube ein wertvoller Mensch zu sein so existiert immer auch ein potentieller Glauben, dass ich nicht wertvoll sein könnte.
Warum?
Nur wenn in uns das Bewusstsein von beiden Polen existiert, können wir diese wahrnehmen und uns damit identifizieren. Einfach gesagt, kann ich nur wissen, was heiß ist, wenn ich weiß, was kalt ist. So ist es auch mit Gefühlen, Werten, Glaubensätzen, Konzepten und allem anderen was wir wahrnehmen können.
Gipfel der Philosophie
Doch vergessen wir hier nicht unseren Ausgangspunkt: Wir sind nicht das was wir wahrnehmen und somit auch nicht, womit wir uns identifizieren. Doch was bin ich dann? Ab hier beginnt die Reise zu unserer wahren Existenz. Zum Gipfel der Philosophie.