Eheberatung
Das auch Paare zur Paarberatung oder Eheberatung zu einem Coach kommen, ist gar nicht so selten. Vielleicht betrachtet ein Coach die jeweiligen Konstellationen auch anderes als in anderen Beratungsformen.
Die Gründe für eine Beziehungskrise (die natürlich oft zusammenhängen) sind zum Beispiel folgende:
Kommunikation: Das Paar kann nicht mehr wirklich miteinander reden. Zu vieles wird falsch verstanden und fehl interpretiert. Das liegt nicht unbedingt so sehr an dem, was gesagt wird, sondern auch wie (Tonlage) es gesagt wird und welcher Gesichtsausdruck und Körpersprache dabei vorhanden ist. „Wie du das schon wieder sagst„ oder „Du schaust schon so wieder so„. Die wirkliche Botschaft kommt nicht mehr beim anderen an, oder man sagt schon nichts mehr, weil es eh falsch verstanden wird.
Der Coach analysiert bei einer Eheberatung hier die einzelnen Botschaften und übersetzt es für den jeweiligen anderen. Dabei achtet der Coach darauf, das auch das beim anderen angekommen ist was er wirklich sagen will. Die Kommunikation läuft bei einer Eheberatung zu Beginn oft nicht zwischen dem Paar, sondern das Paar kommuniziert über die „Schnittstelle„ Coach.
Oft weiß der Einzelne aber nicht, was er eigentlich wirklich fühlt und sagen will. Auch hier hilft der Coach, von der Oberfläche zur Tiefe zu kommen und eine zentrale Botschaft zu formulieren.
Verletzungen: Im Laufe einer Beziehung kann es Verletzungen gegeben haben, die nie ganz verziehen wurden. Solche Verletzungen belasten den Betroffenen als auch die Beziehung unter umständen sehr. Die emotionale Distanz und die blockierende Wirkung auf die Kommunikation, wir hier meist in einem Einzelcoaching bearbeitet.
Werte: Jeder Mensch hat sein eigenes Wertesystem (was ist mir in welcher Reihenfolge wichtig) und Glaubenssystem (wovon bin ich in welchem Maße überzeugt). Starke unterschiede ergeben, nicht immer, aber oft Konflikte. Das hängt von der gegenseitigen Toleranz, Empathie und anderem ab.
Belastung: Unter dem Stichwort Belastungen können folgende Beispiele aufgeführt werden:
Einer der Partner ist krank (psychisch/physisch)
Ein Schicksalsschlag (für beide, kann auch einen Einzelnen getroffen haben)
Unerfülltes Sexualleben
Keine Zeit mehr füreinander
Systemische Belastungen
Hierarchie: Eine Beziehung kann auch der Schauplatz anderer Spiele sein (siehe das Menschenspiel). Sei es das Rollenbild Mann/Frau, oder das einer ein geringes Selbstwertgefühl hat und sich dominiert fühlt, dominiert wird, oder gerade deshalb den anderen dominieren will. Bei einer Beziehung kann das Thema Macht in den Vordergrund rutschen, wie auch das Thema Bedürftigkeit, bei dem der andere zur Aufgabe bekommt, diese „gefälligst„ zu erfüllen. Auch wenn das Thema Egoismus im gesteigerten Grad ohne Rücksicht auf den anderen aufkommt, gibt es viel zu lernen. Solche Themen müssen nicht absichtlich (voll bewusst) sein, sondern können auch auf Grund unbewusster Blockaden oder Entwicklungsdefiziten passieren.
Voraussetzungen für Paare:
Für eine Paarberatung ist es sehr wichtig, das beide diese auch wollen und bereit sind an der Beziehung und sich selbst zu arbeiten. Die Aussage „Du musst dich ändern, bei mir ist alles in Ordnung„ stimmt in der Regel eben nicht. Was auch immer der beste Weg für das Paar und den Einzelnen ist, es muss gemeinsam erarbeitet werden.
Auch wenn es ungewöhnlich erscheint, hier Voraussetzungen für den Berater/in zu benennen, so macht es doch Sinn für den Suchenden.
Voraussetzung für den Berater/in
Neutralität gegenüber der Mann/Frau Rolle sowie insgesamt unparteiisch.
Nicht auf Trennung drängen. Der Schwerpunkt sollte meiner Ansicht nach auf die Erhaltung der Beziehung liegen. Aber natürlich nicht um jeden Preis. Sollte es wirklich nicht anders gehen, so ist eine gütliche Trennung ein Weg.
Die entsprechende Kompetenz und Erfahrung.
